Erbschaftsfragen sind sehr emotional. Erstens setzen sich die meisten Menschen ungern mit ihrer Sterblichkeit auseinander. Und zweitens steckt Konfliktpotenzial im Nachlass. Beim Erben steht viel auf dem Spiel – finanziell und familiär.
Das VZ VermögensZentrum hat in einer Studie untersucht, wie über 1600 mittelständische Haushalte mit gut 3000 Personen ihren Nachlass geregelt haben. Die Erkenntnisse können Ihnen helfen, die passenden Massnahmen für Ihre Familie zu treffen.
Massnahmen
Bei den untersuchten Ehepaaren liegt der Median des Vermögens bei 1,4 Millionen Franken, wobei das Eigenheim in der Regel den grössten Teil ausmacht. Dieses Vermögen bleibt meistens im engsten Familienkreis. Die Mehrheit regelt den Nachlass mit einer Meistbegünstigung: Dabei verzichten die Kinder zum Beispiel auf ihren Erbanteil, damit der überlebende Elternteil finanziell abgesichert ist. Sie erben erst, wenn auch der zweite Elternteil stirbt.
Einzelpersonen und kinderlose Paare nutzen dagegen ihren Spielraum, um auch Freunde oder gemeinnützige Organisationen zu berücksichtigen.
Instrumente
Die meisten Ehepaare nutzen einen Erbvertrag. 12 Prozent regeln alles mit einem Testament (Tabelle).
Tipp: Klären Sie sorgfältig, was in Ihrer Situation besser ist. Mit einem Testament können Sie die gesetzliche Erbfolge anpassen, solange Sie die Pflichtteile einhalten. Ein Erbvertrag eignet sich für weitergehende Regelungen und ist verbindlicher. Unter Umständen ist eine Kombination aus verschiedenen Instrumenten sinnvoll.
Erbvorbezüge
Viele Eltern möchten ihren Kindern schon zu Lebzeiten einen Teil ihres Vermögens weitergeben – etwa für den Kauf eines Eigenheims. Die Studie zeigt: Die meisten gewähren Erbvorbezüge nach ihrem 70. Lebensjahr, weil sie erst dann die nötige finanzielle Flexibilität dafür haben.
Tipp: Viele Pensionierte müssen ihr Vermögen schrittweise aufbrauchen, um den gewünschten Lebensstandard zu halten. Ein Finanzplan zeigt, ob Erbvorbezüge Ihre Finanzen gefährden. Und halten Sie fest, wie Erbvorbezüge ausgeglichen werden sollen.
Konflikte
Mit einer umsichtigen Nachlassregelung sind Konflikte selten. Trotzdem kann es dazu kommen – selbst in harmonischen Familien. Konflikte entstehen etwa, wenn Kinder die Zuteilung von Vermögenswerten nicht nachvollziehen können oder den letzten Willen der Eltern grundsätzlich infrage stellen. Auch die Ungleichbehandlung der Erben und die Bewertung von Liegenschaften führen oft zu Differenzen.
Tipp: Es kann sich lohnen, Ihre Wünsche offen mit der Familie zu besprechen. So vermeiden Sie Missverständnisse frühzeitig.


